Im Juli 2025 hat das PINKTUM Institute im Auftrag der Pawlik Group eine repräsentative Befragung von 1.515 Erwerbstätigen in Deutschland veröffentlicht. Die Erhebung fand im März 2025 statt und gibt Einblick in die Frage, wie gut Deutschland auf eine Arbeitswelt im Zeichen Künstlicher Intelligenz vorbereitet ist. Die Ergebnisse sind ein Weckruf:

  • Unvorbereitet auf KI: Fast 80 % der Beschäftigten haben keinen klaren Plan, wie sie ihre Kompetenzen für das KI-Zeitalter entwickeln sollen. Nur 3,7 % verfügen über einen Entwicklungsplan, bei Führungskräften sind es immerhin 11,9 %.
  • Fehleinschätzungen: Viele Lernziele liegen falsch. Während Mitarbeitende „Strategien entwickeln“ oder „Probleme analysieren“ priorisieren – Fähigkeiten, die künftig von KI übernommen werden – vernachlässigen sie zentrale Human Skills wie Empathie, Teamarbeit oder Lernbereitschaft.
  • Kraftverlust: Über die Hälfte der Erwerbstätigen gibt an, weniger Energie zu haben als noch vor drei Jahren. Gerade im mittleren Alter und bei geringer Qualifikation wirkt sich dieser Verlust besonders stark aus.
  • Spaltungstendenzen: Jüngere und höherqualifizierte Beschäftigte zeigen deutlich mehr Optimismus und Zukunftsorientierung als Ältere oder Geringqualifizierte.

Die Kernaussage: Ohne gezielte Weiterbildung und klare Orientierung droht Deutschland den Anschluss in der globalen KI-Transformation zu verlieren.

Praxis-Tipps für Führungskräfte

Führungskräfte haben jetzt die Chance, ihre Teams nicht nur vorzubereiten, sondern aktiv in eine Zukunft zu begleiten, die Kreativität, Effizienz und Menschlichkeit neu definiert.

1. Lernen neu denken
Trainings zu KI dürfen keine Pflichtübung sein, sondern sollten Begeisterung wecken. Gamifizierte Lernplattformen, praxisnahe Hackathons oder Peer-to-Peer-Trainings machen die Möglichkeiten von KI greifbar. Ziel ist es, Mitarbeitende nicht nur zu befähigen, sondern auch Neugier und Experimentierfreude zu fördern.

2. Vom Testen zum Transformieren
Die Einführung von KI gelingt am besten in kleinen Schritten. Führungskräfte sollten Pilotprojekte initiieren, Erfolge sichtbar machen und gemeinsam mit den Teams lernen, welche Anwendungsfälle echten Mehrwert bringen. Dieses iterative Vorgehen stärkt Akzeptanz und Vertrauen.

3. Zukunft gemeinsam gestalten
KI betrifft nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch Identität und Selbstverständnis von Arbeit. Arbeitsgruppen, in denen über Zukunftsszenarien, ethische Fragen und persönliche Perspektiven diskutiert wird, helfen, Unsicherheiten abzubauen und Orientierung zu geben. Führungskräfte können hier als Moderatoren und Impulsgeber wirken.

4. Eigene Vorschläge: Eine Kultur der Co-Creation schaffen
Die größte Chance liegt darin, KI nicht „top-down“ einzuführen, sondern Mitarbeitende aktiv einzubeziehen. Ideenwettbewerbe, interne Innovationsprogramme oder „KI-Botschafter“ aus den Teams sorgen dafür, dass die Transformation von innen heraus getragen wird.

Fazit
Die KI-Revolution ist mehr als technologische Umstellung – sie ist eine Einladung, Zukunft neu zu denken. Führungskräfte, die auf Lernfreude, Dialog und Co-Creation setzen, schaffen Teams, die nicht nur auf die Veränderungen reagieren, sondern sie aktiv mitgestalten.

Author

Sebastian Zang hat eine herausragende Karriere in der IT-Branche aufgebaut und eine Vielzahl von Softwareprojekten mit einem klaren Fokus auf Automatisierung und Unternehmensentwicklung geleitet. In seiner aktuellen Rolle als Vice President Partners & Alliances bei der Beta Systems Software AG nutzt er seine umfassende Expertise, um technologische Innovationen auf globaler Ebene voranzutreiben. Als Absolvent der Universität Passau bringt Sebastian wertvolle internationale Erfahrung mit, die er in verschiedenen Märkten und Branchen gesammelt hat. Neben seiner technischen Kompetenz ist er als Vordenker in Bereichen wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Unternehmensstrategie anerkannt.