„Die besten Filme aller Zeiten“, „Die Klassiker der Filmgeschichte“ oder „Diese Filme sollten Sie kennen …“. Man darf vor diesen Empfehlungslisten immer eine gute Portion Skepsis bewahren. Eine solche Auswahl bleibt immer subjektiv und hat schon gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe mich als bekennender Filmfan trotzdem getraut, einige Filme zusammenzustellen. Mit dabei: Einige meiner All-Time Favoriten.

[1968] 2001: Odyssee im Weltraum

Es ist ein Kultfilm von Kultregisseur Stanley Kubrick. Hierin spielt der Großrechner / Bordcomputer HAL 9000 an Bord eines Raumschiffes eine zentrale Rolle. HAL 9000 kommuniziert und agiert mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI). HAL bringt schließlich vier von fünf Wissenschaftlern um, die den Großrechner aufgrund eines zunehmend merkwürdigen Eigenlebens abschalten wollten. Dem einzig überlebenden Wissenschaftler gelingt es schließlich, den Bordcomputer herunterzufahren.

Es wird gerne auf Folgendes hingewiesen: Verschiebt man die Buchstabenfolge HAL im Alphabet um einen Buchstaben nach rechts, dann erhält man IBM. Ebenfalls bemerkenswert: Das American Film Institute kürte den Film zum besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten.

Chronik zur Filmgeschichte  - Filme mit Künstlicher IntelligenzChronik zur Filmgeschichte – Filme mit Künstlicher Intelligenz

[1978] Star Wars

Bis vor wenigen Jahren war R2D2 aus Star Wars jenes Geschöpf der Filmgeschichte, das Menschen am meisten mit Künstlicher Intelligenz assoziierten. Eine ähnlich hohe Bedeutung für Assoziationen mit KI hatte nur noch die Figur in „Terminator“. Zu Star Wars muss man nicht viel sagen: Es zählt zu den erfolgreichsten Film-Epen der Filmgeschichte mit Einspielergebnissen von über 9 Milliarden US-Dollar weltweit. Wer nicht selbst Star Wars-Fan ist oder eine/n solche/n nicht wenigstens kennt, lebt vermutlich hinter dem Mond.

[1978] Star Trek: Der Film

Star Trek ist im Jahr 1979 zwei Jahre später in die Kinos gekommen als Star Wars, war aber bereits lange vorher als Fernsehserie erfolgreich. Die Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ flimmerte in den USA bereits seit 1966 über die Bildschirme. Auch hier ist Künstliche Intelligenz von Anfang an mit dabei, nämlich als Bordcomputer. Es gilt: Ohne Befragung des Bordcomputers geht auf dem Raumschiff in der Regel nichts.

[1984] Terminator

Kaum zu glauben, aber der zweifelsohne einflussreichste Science-Fiction-Film der 1980er Jahre war ein B-Movie mit bescheidenem Budget (ähnlich wie „Blade Runner“ nur zwei Jahre zuvor von Regisseur Ridley Scott), der aber einen Nerv der Zeit trifft. Bemerkenswert: Arnold Schwarzenegger als „Terminator“ spricht im ganzen Film nur 17 Sätze bzw. 70 Wörter.

[1999] Matrix

Jetzt kommen wir zu meinem All-Time Favorit, den ich schon Dutzende Male gesehen habe: Matrix. Wie ein gutes Musikstück, kann man sich diesen Film immer wieder ansehen und die unglaublich dichte filmische Komposition genießen. Ein Film mit faszinierenden Action-Szenen, für die auch eine neue Filmtechnik entwickelt wurde, nämlich die Bullet Time: Eine Kamera fährt um ein in der Zeit eingefrorenes Objekt, eine Pistolenkugel („bullet“) oder eine Kampfszene herum. Dazu gibt’s die philosophisch unerschöpfliche Idee eines rein geistigen Erlebens, eines Gefängnisses im Geist, reichlich christliche Symbolik und diverse Anspielungen auf buddhistische Lehren.

[2012] Prometheus

Regisseur Ridley Scott, Produzent der Alien-Filmreihe, schafft mit dem Science-Fiction-Film Prometheus eine filmische Erzählung, die chronologisch an den Anfang der Alien-Reihe gehört. Prometheus ist dabei der Name des Raumschiffes, mit dem eine Forschergruppe Indizien zum außerirdischen Ursprung menschlichen Lebens nachgeht. Die zentrale Erzählung ist eigentlich eher genetischer Natur, aber an Bord des Raumschiffes ist auch eine Androide – der Film spielt Ende des 21ten Jahrhunderts, da gehört KI für Hollywood klar zur natürlichen Besetzung eines Science-Fiction-Films.

[2013] Her

Die Dating-Plattform Ashley Madison hat bekanntermaßen Chatbots eingesetzt, um fiktive Flirtparterinnen für Kunden vorzutäuschen. Und es hat funktioniert. Apps wie Woebot werden zum Gesprächspartner für Betroffene von Depression und Angstzuständen – und es wirkt. Es liegt möglicherweise in keiner allzu fernen Zukunft, wenn Nutzer eine Beziehung zu ihrem Betriebssystem aufbauen wie in dem Film Her; das Betriebssystem heißt in diesem Fall Samantha und wird gesprochen von Scarlett Johansson.

Der Film lotet die Möglichkeiten einer solchen Beziehung aus, unterhaltsam, witzig und mit einer überraschenden Wendung. Der Film wird häufig in die Kategorie „Filmdrama“ eingeordnet; völlig daneben, der Film ist eher eine unterhaltsame Mischung aus Liebeskomödie, SciFi und Beziehungsdrama.

[2014] I, Robot

Der Film reiht sich ein in die Serie von Verfilmungen mit dem Grundmuster „Künstliche-Intelligenz-gerät-außer-Kontrolle“. Allerdings mit Happy End. Der Film wird auch gerne verstanden als Auseinandersetzung mit den Drei Robotergesetzen von Asimov (Kernaussage: „Roboter dürfen dem Menschen keinen Schaden zufügen“); der Film formuliert letztlich jenes Szenario, das als „Nulltes Gesetz“ bekannt geworden ist, nämlich: Die Asimov’schen Robotergesetze schließen nicht aus, dass Roboter die Macht übernehmen, um die Menschheit vor sich selbst zu schützen …

[2015] Ex Machina

Der Film ist im Grunde für eine Theaterinszenierung geradezu angelegt, denn die gesamte Handlung spielt in der (sehr großzügigen) Villa des exzentrischen Firmengründers „Nathan“ aus der Tech-Szene (gespielt von Oscar Isaac). In der Villa befinden sich sonst nur zwei weibliche Androiden, Produkte aus den geheimen Forschungen zu Künstlicher Intelligenz von Nathan. Auftritt eines jungen Programmierers aus der Firma von Nathan, um einen Turing-Test mit dem Androiden „Ava“ (gespielt von Alicia Vikander) durchzuführen. Es entwickelt sich eine kaum vorhersehbare Gruppendynamik zwischen allen Beteiligten, dazu ein schier undurchdringliches Spiel von Manipulation, das schließlich in einem Grande Finale endet, das man bei einem SciFi-Thriller erwarten darf. Prädikat: Sehr sehenswert.

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.