Ob Webseiten oder Desktop-Anwendungen. Ob Mobile Apps oder Touchpad-Oberflächen. Ob Business Applications oder Gaming. In allen Anwendungsbereichen unterliegt das Design einer hohen Veränderungsdynamik. Die Treiber sind neue Designkonzepte, neue (Darstellungs)Technologien und immer leistungsfähigere Hardware. Auch das Nutzungsverhalten verändert sich: Die Bedeutung von Mobilgeräten nimmt zu. Die „Postbank Digitalstudie 2020“ bestätigt diesen Trend: Im Schnitt nutzen Deutsche 56 Stunden das Internet. Davon entfallen rund 16 Stunden auf das Smartphone, etwa 13 jeweils auf den Desktop-PC und den Laptop.

Hier habe ich einige wichtige Trends im Design von Softwareanwendungen zusammengestellt. Check: Sind Ihre Webseite und Ihre genutzten/selbst-entwickelten Softwareanwendungen noch state-of-the-art?

Designtrends bei Softwareanwendungen: Animationen, Videos

Die Generation TikTok setzt neue Maßstäbe: Vorbei sind die Zeiten, in denen der „Slider“ auf der Homepage für Gänsehaut sorgt. Der neue Designtrend heißt: Animierte Grafiken, Aufforderung zu Mikro-Interaktionen und kreativ gestaltete (Erklär)Videos.

Natürlich gibt’s Erklärvideos und DEMO-Videos schon länger. Die Erstellung von Video-Content wird allerdings immer einfacher: Editing Programme für Einsteiger erstellen mit wenigen Klicks Videostrecken aus bunt zusammengewürfelten Videodateien, gestalten Übergänge, fügen Hintergrundmusik hinzu und erlauben die Einblendung von Untertiteln (vgl. auch TikTok). Die Möglichkeiten für Profis wiederum sind schier unbegrenzt.

Ein simples Beispiel für Videos findet sich etwa auf www.paintstyling.ch

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

Weitere Beispiele finden sich auf der Website www.createwithplay.com

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

… und natürlich auch auf der Seite eines Video-Produzenten: www.manuel-rueda.com

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

Designtrends bei Softwareanwendungen: Explosive Farben, Dark Mode

Bei der farblichen Gestaltung gibt es zwei bemerkenswerte Trends: Knallige Farben, schreiende Farben. Vergleiche die Webseite www.mybootcamp.at

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

Was dem keineswegs widerspricht ist eine Designlinie, die unter den Begriff „Dark Design“ fällt: UI-Designer haben hierbei nicht zuletzt Smartphone-Nutzer im Blick. Ergonomisch gesehen reduziert der „Dark Mode“ auf dem Smartphone die Belastung der Augen; dunkle Hintergründe lassen andererseits Designelemente hervorstechen und erlauben die Gestaltung spannender Kontraste. Ein Beispiel ist die bereits eingangs vorgestellte Webseite www.manuel-rueda.com

Designtrends für Softwareanwendungen: Black Mode

Designtrends bei Softwareanwendungen: Fokus, Minimalismus, Fette Typographie

Wer in Zeiten von Informationsüberflutung und Sinnesüberreizung in Erinnerung bleiben will, der sollte eine prägnante und einprägsame Kernbotschaft formulieren. Eine wahrhaft individuelle Botschaft, um aus der Masse hervorzustechen. Fokus. Auf den Punkt kommen statt lange Beschreibungen. Kennen Sie den Match Pitch? – Machen Sie ein Streichholz und halten es zwischen ihren Fingern: Sie haben exakt so lange Zeit, Ihr Produkt und das Besondere daran zu erklären, bis es heiß wird.

Ein solcher Fokus korrespondiert im Design mit einem einzelnen Bild, einem aussagekräftigen Foto. Hochauflösende Bildschirme auf dem Desktop/Laptop und Smartphone erlauben die Gestaltung eines optischen Erlebnisses, eines Wow-Effektes. Auch die Navigation tritt hierbei völlig in den Hintergrund, Stichwort: ultraminimalistische Navigation.

Beispiele hierfür sind etwa gartenrast.at

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

… oder www.familyoffish.de

Designtrends für Softwareanwendungen: Videos und Erklärvideos

Der gleichen Logik folgen Webseiten, die ihre Kernbotschaft über eine typographische Gestaltung inszenieren. Ein eingängiges Beispiel ist die Webseite wirsindschoener.de

Designtrends für Softwareanwendungen: Minimalismus, Typographie

… oder auch die Seite www.staune.haus

Designtrends für Softwareanwendungen: Minimalismus, Typographie

Designtrends bei Softwareanwendungen: VUI, VR, AR

Designer von Fahrzeugen träumen bereits heute davon, dass Passagiere in Zukunft mit dem Fahrzeug kommunizieren wie es der natürlichen menschlichen Interaktion entspricht: über den Dialog. Niemand müsse sich mehr orientieren, wo sich das Radio anschalten lässt, oder mit welchem Knopf oder Touchpad sich die Klimaanlage regulieren lässt. Man fragt das Auto einfach. Mit „Hey Porsche“ oder „Hey Mercedes“ lassen sich bereits heute die Sprachassistentin von Fahrzeugen aktivieren. Die Voice User Interfaces (VUI) im Fahrzeug haben bereits heute eine Erkennungsrate von 95 bis 98 Prozent.

Der Boom des Formats „Podcast“ deutet an, dass sich die Erwartungshaltung als die Vermittlung von Informationen verschiebt. Neben Videos werden Voiceover auf Webseiten und in Software ganz Allgemein eine wachsende Bedeutung spielen. Es kommen (mit deutlich mehr Aufwand) Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) hinzu. Letztere finden sich bereits heute im Bereich Gebäude- und Produktdesign.

In nachfolgendem Blogartikel finden Sie den Status Quo & Ausblick zum Natural Language Processing

Designtrends für Softwareanwendungen

Der Einsatz dieser Technologien bedeutet auch, dass Interaktionen eines Nutzers mit Software für Außenstehende zunehmend weniger sichtbar sind. Heute noch hält der Nutzer den Blick auf das Smartphone gerichtet, um Content aus dem Internet zu konsumieren; selbst Hörer von Podcasts wischen immer mal wieder über das Smartphone, um den nächsten Track auszusuchen oder zurückzuspringen. Bei vollständiger Sprachsteuerung entfallen diese sichtbaren Interaktionen. Und wenn in absehbarer Zeit AR-Brillen (next generation Google Glass) verbreitet sind, lassen sich selbst visuelle Inhalte aufnehmen, ohne dass für die Außenwelt diese Interaktion sichtbar wird; mit etwas Sci-Fi-Fantasie lassen sich AR-Kontaktlinsen für die Zukunft imaginieren …

Im Download-Bereich finden Sie ein Pitch Book für eine APP, die eine Brücke schlägt zwischen den Audio-Content-Producern und den Konsumenten. Arbeitstitel: „Speaking World“. Die Idee ist fast vier Jahre alt, hat aber nichts an Aktualität verloren. Ein Prototyp (POC) lag bereits vor, however, andere Projekte haben diese Start-Up-Idee auf der Agenda den Rang abgelaufen …

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Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.