Natürlich, Sie finden auf diesem Blog bereits diverse Artikel mit Tipps für das Management von Softwareprojekten: Von Tipps für ein gutes Lastenheft bis zur Einführung in Methoden wie Scrum. Nun möchte ich Ihnen einen kompakten Überblick geben zu hilfreichen Tools, Webseiten, Tipps und Tricks. Angefangen von der Aufwandsschätzung bis zum Bug-Tracking.

Zu Beginn des Projektes steht das Lastenheft (hier: Tipps für ein gutes Lastenheft), die Aufwandsschätzung und Verhandlung mit einem Softwareentwickler (intern oder extern). Wie lässt sich plausibilisieren, ob ein Softwareentwickler eine realistische Schätzung vorgelegt hat? Nicht zu hoch (zu teuer), aber auch nicht zu optimistisch?

Liegen mindestens zwei Angebote mit ausreichend detaillierter Aufwandsschätzung auf dem Tisch, kann der je Feature/Anforderung geschätzte Aufwand miteinander verglichen und plausibilisiert werden; eine solche detaillierte Aufwandsschätzung muss dann eingefordert werden. Für manche Entwicklungsprojekte kann man sich auch eine Kostenindikation (als Diskussionsgrundlage) einholen über Webseiten, die – in der Regel für Standardfeatures – Entwicklungsaufwände beziffern. Einige Beispiele (hier für Mobile Apps) finden Sie hier: Coderunner, BuildFire, howmuchtomakeanapp.com oder estimatemyapp.com.

Praxistipp: Softwareentwickler veranschlagen in der Regel einen Risikozuschlag; es empfiehlt sich, einen solchen Risikozuschlag (der seine Berechtigung hat) je Position ausweisen zu lassen, das ermöglicht eine gemeinsame Bewertung und gegebenenfalls angemessene Verteilung des Risikos auf beide Parteien.

Nach Projektstart ist entscheidend, dass die Kommunikation effizient funktioniert – innerhalb des Entwicklerteams, aber auch zwischen Auftraggeber und Entwicklerteam. Das gilt insbesondere für Projekte, die mithilfe von Agilem Projektmanagement (wie etwa Scrum) organisiert sind. Hierfür gibt es einerseits proprietäre Tools wie JIRA, monday.com oder REDMINE. Andererseits können Open Source Tools oder kostenfreie Basis-Versionen kommerzieller Tools ausreichende Funktionalität bieten. Zu den Open Source Tools zählen etwa MyCollab, OpenProject oder Odoo (einen guten Überblick gibt etwa folgende Seite: Open Source Tools für Agiles Projektmanagement). Und die kostenfreie Basis-Version etwa von bitrix24.de ist bereits ausreichend für einige Projekte: Kanban, Gantt-Diagramm, Zeiterfassung, Planung von Arbeitsressourcen. Ebenfalls Open Source ist das Tool bugzilla.org, das für Bug-Tracking eingesetzt werden kann.

Womit ich auch gute Erfahrung gemacht habe: Das kostenfreie Tool pointingpoker.com für das Planning Poker in SCRUM-basierten Projekten. Und ebenfalls von mir empfohlen: Die Team Edition des Instant-Messaging Tools mattermost.com/, eine Alternative zu kostenpflichtigen Angeboten wie Slack oder Microsoft Teams bietet.

Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.