Die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch: Neue Antriebstechnologien (Elektro, Brennstoffzelle, synthetische Kraftstoffe), neue Player (Tesla, Google, Microsoft), neue Geschäftsmodelle (Car Sharing) – vgl. auch den Blogartikel Digitalisierung: Quo vadis, Automobilindustrie?. Der Anteil der Software im Automobil wird in den nächsten Jahren massiv wachsen, das Auto wird zum Digitalen Produkt.

Eigentlich würde man eine blühende StartUp-Szene erwarten rund um das Automobil in Deutschland, Heimat von Gottlieb Daimler und Carl Benz. Doch der Automobil-Journalist Don Dahlmann zieht ein nüchternes Fazit in einer Kolumne auf Gründerszene:“Doch ausgerechnet in der Autoindustrie und auf dem Mobility-Markt hängt man hinterher. Das ist erstaunlich. Ausgerechnet das Land, in dem das moderne Automobil erfunden wurde und das jahrzehntelang als Vorbild für technische Innovation galt, hat es nicht geschafft eine Startup-Kultur für die Zukunft der Autoindustrie zu schaffen.“

Schauen wir uns 7 spannende StartUps an, die die Zukunft des Automobils mitgestalten. Fokus: Gründungen in Deutschland. Fokus: Junge Unternehmen (nicht älter als 7 Jahre – mit Ausnahmen). Viel Spaß beim Schmökern!

Blickfeld
Auf dem Weg zum Autonomen Fahrzeuge (Level 4, Level 5) sind Technologien entscheidend, die Informationen über Hindernisse liefern, eine Einschätzung zu Verkehrssituationen. Eine Schlüsseltechnologie hierfür ist LIDAR, so etwas wie das „Radar“ für ein PKW/LKW. Hier ein schönes Interview mit dem Gründer Dr. Florian Petit: LIDAR: Funktionsweise und Bedeutung für die Zukunft der Automobilindustrie

Gründung in 2017. In München. Webseite: www.blickfeld.com

MBition
Wenn Fahrzeuge erstmal autonom sind: Was machen dann eigentlich die Ex-Fahrer*Innen? – Genau, die haben Zeit zum Arbeiten, für Entertainment, für Socialising. Infotainment werden zum Dreh- und Angelpunkt im Fahrzeug. Das StartUp “MBition” macht genau das, hier wird das Infotainment System der Zukunft für Mercedes-Benz entwickelt, inklusive der Entwicklungsumgebung, in der Softwareentwickler die Apps für Mercedes-Mitfahrer entwickeln können. Interessantes Detail: Einer der Geschäftsführer ist Gregor Zetsche … ja, Ihre Vermutung ist richtig!

Gründung in 2017. In Berlin. Webseite: mbition.io

e.GO Mobile AG
Das Unternehmen ist eine Ausgründung aus der renommierten Universität RWTH Aachen: Prof. Dr. Günther Schuh hat den Elektromobilhersteller aus der Taufe gehoben, der bereits mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt und eng mit der Universität, den Forschungseinrichtungen und die dort vernetzten 360 Technologieunternehmen zusammen arbeitet. Fokus: Elektrofahrzeuge für den Kurzstreckenverkehr.

Gründung in 2015. In Aachen. Webseite: e-go-mobile.com

Sono Motors
Ebenfalls um den Bau von Elektrofahrzeugen geht es bei Sono Motors, und zwar ein Fahrzeug mit integrierten Solarzellen – Claim: „Das erste Elektroauto, das sich selbst lädt“.

Gründung in 2016. In München. Webseite: sonomotors.com

EasyMile

Werfen wir einmal einen Blick über den Rhein, nach Frankreich. Hier findet sich das Unternehmen EasyMile, das auf die Entwicklung autonomer Fahrzeuge ausgerichtet ist. Beispielsweise betreibt das Unternehmen in der Stadt Monheim (aufgrund progressiver Gewerbesteuer-Politik bekannt) eine Flotte von elektrifizierten, autonomen Bussen.Kooperationspartnerschaft mit Continental.

Gründung in 2014. In Toulouse. Webseite: easymile.com

aiMotive

Und noch ein Blick über die Grenze – diesmal nach Osteuropa, nämlich nach Budapest. Hier findet sich das Unternehmen aiMotive. Mit der Software lassen sich etwa virtuelle Simulationsumgebungen aufbauen, Fahrsituationen nachstellen, massive Testläufe können orchestriert werden und derlei mehr.

Gründung in 2015. In Budapest. Webseite: aimotive.com

Door2Door
Es ist absehbar, dass sich das Zusammenspiel von Individueller Mobilität und ÖPNV verändern wird – und zwar nicht erst mit dem Aufkommen Autonomer Fahrzeuge. Sogenannte Sammeltaxen (Pilotprojekte etwa in Berlin, BerlKönig) erweitern das Mobilitätsangebot, führen zu neuen Nutzungsmustern – und folglich auch zu einer Neubewertung des Individualverkehrs. Door2Door bietet kommunalen Betreibern eine Software(Plattform) für den Aufbau eines multimodalen Verkehrssystem in Cities, vor allem on-demand Sammeltaxen.
Hier geht’s zu einem spannenden Interview (im Hy-Podcast) mit dem Gründer von, Maxim Nohroudi: Podcast, Ausblick auf die Mobilität der Zukunft

Gründung in 2012. In Berlin. Webseite: ww.door2door.io

Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.