Globalisierung, Welthandel und mehr 50.000 Produkte im Supermarkt um die Ecke: Dazu braucht es effiziente Logistik. Und genau darum geht es in diesem Blog. Denn ich stelle hier 7 vielversprechende Start-Ups aus Deutschland vor, die mit Digitalen Geschäftsmodellen die Logistik revolutionieren (möchten). Fokus: Junge Unternehmen (nicht älter als 7 Jahre). Viel Spaß beim Schmökern!

Smartlane

Wenn ein Logistikunternehmen 46 Lieferfahrzeuge hat, 4500 Pakete und 3800 Lieferadressen. Was ist die beste Route? – Ein klassisches Optimierungsproblem aus der Logistik. Dabei ist die Praxis noch weit komplexer. Eben hier unterstützt das Start-Up Smartlane: Mit der cloudbasierten Software können Logistikfirmen ihre Fahrzeuge effizienter steuern. Und hierbei wird alles von einem KI-Algorithmus berücksichtigt: Lieferzeitfenster, Kapazitäten von Fahrern und Fahrzeugen, Größe der Flotte, Verkehrsdaten undundund.

Auch der Tech-Investor Frank Thelen hat in dieses Unternehmen investiert. Es gibt übrigens auch ein gutes Interview mit der Co-Gründerin Monja Mühling auf Handelsblatt Disrupt.

Gründung in 2015. In München. Webseite: www.smartlane.de

Carrypicker

Zur Bewältigung der gleichen Herausforderung tritt zudem ein Start-Up in Hamburg an: Carrypicker. Ebenfalls mit KI natürlich. Es gibt ein sehr sehenswertes Teaser-Video auf der Startseite des Unternehmens zur Zielsetzung und den Bedingungen der Optimierung.

Gründung in 2017. In Hamburg. Webseite: www.carrypicker.com

Unisphere

Das Start-Up Unisphere entwickelt für einen Markt, der für einige noch ein wenig nach Science Fiction klingen mag. Die Gründer zeigen hier einen bemerkenswerten Weitblick: Das Unternehmen entwickelt die Toolbox für Unternehmen, um ihre Flotte von Drohnen orchestrieren zu können. Das fängt mit Beratung zum Betriebskonzept an und stellt die Tools bereits, um ein vollautomatisierte Flugplanung sowie -durchführung zu implementieren. Und zwar sicher und effizient.

Die Gründer haben langjährige Erfahrung bei Pionier-Projekten in der Luftfahrtindustrie, vor allem das Projekt “Solar Impulse – Around the world in a Solar Airplane”. Das Start-Up ist Teil des Förderprogramms der European Space Agency und arbeitet etwa zusammen mit der Universität von Delft, Frontex und diversen weiteren Playern.

Gründung in 2017. In Konstanz. Webseite: www.unisphere.de

Sennder

Das Start-Up Sennder bietet eine effiiziente Vermittlungsplattform von Logistikanbietern sowie den Auftraggebern. Das Unternehmen fokussiert auf den sogenannten Komplettladungsverkehr (auch: Full-Truck-Load). Es ist das wichtige Massengeschäft im Lkw-Verkehr. Der Markt hat allein in Europa ein Volumen von 400 Milliarden Euro.

Das Unternehmen hat alleine im letzten Jahr (2019) ca. 100 Mio. Kapital eingesammelt. In diesem Jahr hat Sennder den Player Everoad aus Frankreich übernommen. Ab 2025 oder 2026 will das Unternehmen Geld verdienen.

Die Konkurrenz ist hart: Sennder steht im Wettbewerb mit Playern wie Instafright, Freighthub und natürlich den Plattformaktivitäten der etablierten Logistikplayer. Ein ausführlicher Artikel im HANDELSBLATT (hier klicken) gibt einen guten Überblick.

Gründung in 2015. In Berlin. Webseite: www.sennder.com

Fleetize

Wer als Logistikunternehmer den Einstieg in die Digitalisierung seines Unternehmen sucht, der muss nicht gleich auf einen KI-Algorithmus für die Routen-/Tourenplanung setzen. Effizienz und Transparenz können – gerade für KMU Player – auch mit kleineren Lösungen erzielt werden. Nicht alle Logistikunternehmen sind bereit, ganz groß in die Digitalisierung zu investieren. Dazu der CEO von Sennder, David Nothacker, im Interview: “Die kleinen Frachtführer haben teils Angst vor der Digitalisierung, den großen Auftraggebern fehlen die Digital-Ressourcen, um die Schnittstellen bereitzustellen.“

Das Unternehmen Fleetize bietet hierfür eine „digitale Toolbox“ mit drei wesentlichen Helferlein. Erstens, eine einfache Fahrzeugortung mithilfe eines GPS-Trackers. Zweitens, das (halb)automatische elektronische Fahrtenbuch, das Steuerersparnisse und Zeitgewinn bedeutet. Drittens, eine flexible und einfache Arbeitszeitenerfassung, die sich mit der Fahrzeugflotte kombinieren lässt und damit Transparenz über die Einsatzdauer schafft. Zu den Kunden zählen etwa: Fraport AG und vor allem KMU – von Entsorgungsunternehmen bis Cateringunternehmen.

Gründung in 2013. In Waiblingen. Webseite: www.fleetize.com

ParcelLab

Das Start-Up ParcelLab optimiert die User Experience (das Einkaufserlebnis) ab dem Zeitpunkt, da ein Versandpaket das Lager verlässt. Alle relevanten Ereignisse (z.B. Zustellprobleme) werden automatisiert und zeitnah an den Kunden kommuniziert (E-Mail, SMS, Facebook, Händler-App). Das reduziert Kundenanfrage („Wo ist meine Bestellung?“). Das kann auch für das Customer Engagement genutzt werden.

Die Liste von Kunden ist lang: LIDL, Weltbild, IKEA, PUMA, Nespresso, MediaMarkt, hess natur, GRAVIS und viele Weiter

Gründung in 2015. In München. Webseite: www.parcellab.com

Packadoo

Der Online-Handel boomt – zudem beschleunigt in der Coronakrise. Und wir alle kennen den Zettel im Briefkasten mit dem Hinweis auf eine erfolglose Paketzustellung; der Gang zur nächsten Post- oder Hermes-Filiale kostet extra Zeit.

Das StartUp Packadoo setzt genau hier an: Pakadoo ist eine digitale Lösung, mit dem Arbeitnehmer ihre privaten Pakete ganz offiziell im Unternehmen empfangen können – es ergibt sich eine Win-Win-Win Situation für Paketzusteller, Arbeitnehmer und sogar das Unternehmen.

Gründung in 2018. In Böblingen. Webseite: www.pakadoo.de

Spannende StartUps in weiteren Branchen

Sebastian Zang
Author

Der Autor ist Manager in der Softwareindustrie mit internationaler Expertise: Prokurist bei einem der großen Beratungshäuser - Verantwortung für den Aufbau eines IT Entwicklungszentrums am Offshore-Standort Bangalore - Director M&A bei einem Softwarehaus in Berlin.